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Luminator von Achille und Pier Giacomo Castiglioni (Bildquelle: Flos)

Designklassiker: 5 legendäre Lampen aus den 1950er Jahren


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Der Retro-Stil ist in. In den 1950er Jahren entstanden viele heute noch begehrte Designklassiker, darunter diese fünf legendären Lampen.

Nicht mehr nur die Funktion, auch die Form eines Möbelstücks gewann in der Nachkriegszeit an Gewicht. Man wollte gut, man wollte schön leben. Viele Designer experimentierten mit neuen Formen. Skandinavische Designer wie Arne Jacobsen, Verner Panton und Poul Henningsen oder US-amerikanische Vertreter wie das Ehepaar Charles und Ray Eames schufen abseits von Nierentisch und Tütenlampen Klassiker, die heute begehrte Sammelstücke sind. Fünf legendäre Lampen stellt dieser Artikel vor.

1. Arne Jacobsen – AJ Tischleuchte

Zweifellos gebührt Jacobsen, der nicht nur als Produktdesigner, sondern auch als Architekt tätig war, ein Ehrenplatz unter den Designern Dänemarks. Seine Entwürfe folgen funktionalistischen Prinzipien, zeichnen sich aber in ihrer sehr organischen Formgebung dennoch durch eine einzigartige Sinnlichkeit aus. Viele seiner Werke werden bis heute produziert. So geht mit der Serie 7 einer der meistverkauften Stühle aller Zeiten auf ihn zurück. Und auch die AJ Tischleuchte* findet sich bis heute im Sortiment von Louis Poulsen.

Die Leuchte entwarf der 1902 in Kopenhagen geborene Jacobsen für das SAS Royal Hotel in Kopenhagen, das unter Federführung des Designers von 1956 bis 1960 erbaut wurde. Es gilt als Gesamtkunstwerk Jacobsens, weil der Däne für jedes Designdetail des Projekts verantwortlich zeichnete. Auch die AJ Tischleuchte mit ihrem schwenkbaren Leuchtenkopf gehört zur Inneneinrichtung des Hotels.

AJ Tischleuchte von Arne Jacobsen (Bildquelle: louispoulsen.com)

AJ Tischleuchte von Arne Jacobsen (Bildquelle: louispoulsen.com)

2. Isamu Noguchi – Akari Light Sculptures

Zu den Lampenikonen gehören auch Isamu Noguchis virtuose Reispapierlampen, die Noguchi nach einem Aufenthalt in der japanischen Stadt Gifu entwarf. Als Grundlage dienten ihm die traditionellen Papierlampions seiner Heimat. Papier und dünne Holzstäbe kombinierte er zu schwerelosen Leuchten, die als „Akari Light Sculptures“ Designgeschichte schrieben.

Noguchi probierte die verschiedensten Formgebungen aus, und schnell nahmen Fabrikanten in der ganzen Welt seine Technik auf. Vor allem der kreisrunde Ball eines schwedischen Möbelherstellers verkaufte und verkauft sich millionenfach. Noguchi stammt aus Los Angeles und wurde 1904 geboren. Nach einer Lehrzeit in Italien ließ er sich in New York als Künstler und Designer nieder.

Isamu Noguchi Akari Light Sculptures (Bild: Noguchi.org)

(Bildquelle: Noguchi.org)

3. Poul Henningsen – PH 5

Ab Mitte der 1920er Jahre experimentierte Poul Henningsen mit Lampen, die sich durch ein System verschieden gestaffelter Schirme auszeichneten. Seine stets mit seinem Kürzel PH benannten Lampen sollten ein sehr weiches Licht erzeugen, eine Folge seiner Kindheit, während der Henningsen dunkle Petroleumlampen als Lichtquellen gewohnt war. Grelles, blendendes Licht lehnte er ab. Unter diesen Vorzeichen entstand 1958 die PH 5 für den Hersteller Louis Poulsen, die sich durch ihr markantes Dreischirmsystem auszeichnet und sich in Dänemark zum Massenprodukt entwickelte. Sie wird bis heute produziert.

PH 5 von Poul Henningsen (Bild: www.louispoulsen.dk)

PH 5 von Poul Henningsen (Bild: www.louispoulsen.dk)

4. Achille & Pier Giacomo Castiglioni – Luminator

Ein einfacher Schaft aus emailliertem Stahl, der von drei Metallfüßen gehalten wird, bilden das Grundgerüst von Luminator. Achille und Pier Giacome Castiglioni schufen es laut Hersteller Flos, der die Lampe heute im Sortiment hat, im Jahr 1954, laut des Katalogs des Museum of Modern Art in New York im Jahr 1955. Beide Brüder hatten Architektur studiert, waren aber im späteren Verlauf ihrer beruflichen Laufbahn auch als Dozenten für Industriedesign tätig, unter anderem in Mailand. Einige Merkmale der Luminator* finden sich auch in einem späteren Entwurf Achille Castiglionis, die Lampadina von Anfang der 1970er Jahre.

Luminator von Achille und Pier Giacomo Castiglioni (Bildquelle: Flos)

Luminator von Achille und Pier Giacomo Castiglioni (Bildquelle: Flos)

5. Jean-Louis Domecq – Loft

Beim Firmennamen machte es sich Jean-Louis Domecq ausnahmsweise einmal einfach und nahm seine Initialen als Grundlage. An die Lampe, die er ab 1953 unter dem Label Jieldé fertigte, legte er höhere Ansprüche an: Sie ist robust und sehr funktional. Charakteristisch für die handgefertigten und durchnummerierten Jieldé-Lampe waren der halbkugelförmige Schirm mit einem Haltebügel und die dicken Gelenke. Zunächst unter dem Namen „Standard“ geführt, ging sie in den 1990er Jahren in der Loft-Serie auf. „Loft“ gilt als eine der Ikonen des französischen Industriedesigns.

Jean-Louis Domecq - Loft (Bildqielle: Jieldé)

Jean-Louis Domecq – Loft (Bildqielle: Jieldé)

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Zuletzt aktualisiert am 13. April 2021 um 14:12 Uhr. Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Benedikt
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