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"Daphine" von Tommaso Cimini (Foto: Lumina)

Ja, es war Liebe: „Daphine“ von Tommaso Cimini (1975)

Nicht alles Schöne fällt einem sofort ins Auge. Seit Jahren beleuchtet ein Freund seinen Flur mit einer grazilen Leuchtenschönheit, an der ich viele Mal achtlos vorbeiging. Erst nach und nach schloss ich sie ins Herz. Heute stelle ich fest: Ich kenne keine andere Leuchte, die Filigranität, Minimalismus und Funktionalität auf ähnlich gelungene Weise miteinander versöhnt. Ja, es war Liebe – aber auf den zweiten Blick!

Die Rede ist von „Daphine“*, einer Tisch- und Arbeitsleuchte, die in den 1970er Jahren von Tommaso Cimini kreiert wurde. Ein erster Entwurf entstand offenbar im Jahr 1973. Offiziell das Licht der Welt erblickte sie 1975. Ihre Präsentation markierte den Auftakt für die Unternehmensgeschichte des italienischen Herstellers Lumina, der die Leuchte bis heute produziert.

„Daphines“ Bedeutung für Unternehmensportfolio und -philosophie hebt Lumina selbst wie folgt hervor:

Our story began with an idea: “Lots of light, not much lamp”. That was in 1975, when Tommaso Cimini created Daphine. A lamp that museums, libraries and countless people still ask us for.

Viel Licht, wenig Lampe: „Daphine“ reiht sich nahtlos ein ins High-Tech-Design, das in den 1970er Jahren aufkam. Wie der legendäre Richard Sapper bei seiner berühmten „Tizio“ nutzte Cimini die Niedervolt-Halogentechnik, um dem Design die Kabel zu ersparen. Stattdessen fließt der Strom über die Leuchtenarme zum Leuchtmittel. Auf diese Weise gelang es, sie dünn und filigran zu halten. Lediglich fünf Milimeter messen sie im Durchmesser.

Sofort ins Auge fällt die Basis der Leuchte. Cimini versuchte erst gar nicht, den für Standsicherheit sorgenden, klobigen und technoid wirkenden Transformator zu verstecken, sondern nutzte ihn offensiv als Gestaltungsmittel. Lumina, das um „Daphine“ mittlerweile eine formen- und farbreiche Leuchtenfamilie entwickelt hat, bietet mit „Daphine Cloe“ und „Daphine Cilindo“ mittlerweile auch Modelle mit alternativen Standfüßen und LED-Technik an.

Ein Sakrileg? Das soll jeder Leuchtenfan für sich selbst entscheiden. Für mich geht auf diese Weise ein prägendes, unverzichtbares Designelement flöten. Dass die schnörkellose „Daphine“ eine bis heute beliebte Designikone ist, beweist ein Blick auf Ebay, wo die Leuchte diverse Male angeboten und für Preise ab ca. 125 Euro gehandelt wird (Stand 14.1.2019).

Zuletzt aktualisiert am 1. April 2020 um 12:36 Uhr. Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

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