Nein, es ist nicht das erste Mal, dass ihr es hier im Blog mit Designerleuchten aus Pilzen zu tun bekommt – und auch sicher nicht das letzte Mal. 😉 Aufmerksame Leser*innen können sich vielleicht an Danielle Trofes Serie „Mush-Lume“ erinnern, deren Formen mithilfe von Getreidespelzen, Maisstängeln und Pilzen zustandekamen.
Mit Pilzlampen und -mobiliar experimentierten auch Sebastian Cox und Ninela Ivanova. Sogar als Baumaterial für Häuser könnten Pilze eines Tages eingesetzt werden.
Die Ergebnisse sind zumindest ungewöhnlich, aber bisweilen durchaus formschön – und kompostierbar. Ökologisch-nachhaltige Materialien, die im Lampenbau zum Einsatz kommen, finde ich grundsätzlich spannend. Bei Interesse: In dieser Liste habe ich vor einiger Zeit mal Leuchten unter anderem aus Kaffeesatz, Algen und Torf zusammengesammelt.
Das neueste Exemplar dieser Gattung stammt vom Londoner Designer Nir Meiri und hört auf den Namen „Mycelium Lamps“. Die minimalistisch gehaltenen Leuchten warten mit einem Lampenschirm aus Pilzmaterial auf. Ständer und Basis bestehen aus Metall. Das Licht wird von einer zusätzlichen Lichtquelle von unten an den Schirm geworfen.

Es handelt sich um das Produkt einer Kollaboration mit dem Start-up BIOHM, das an nachhaltigen Baumaterialien forscht. Zur Produktion der Lampenschirme werden etwas Papiermüll und Pilzsporen in eine festen Form gegeben. Nach zwei Wochen hat der Pilz das Papier aufgezehrt und füllt die Form aus.
Um sein weiteres Wachstum zu unterbinden, muss der Pilz komplett ausgetrocknet werden. Anschließend wird er in einer Presse in die endgültige flache Form gebracht.
An den Pilzen fasziniert Meiri besonders ihre Fähigkeit, organischen und synthetischen Abfall zu konsumieren: „Mushrooms or fungi are truly wondrous organisms with significant untapped potential. Mycelium consumes organic and synthetic waste to grow into desired shapes and different types of waste alter its properties. This could have highly significant implications for ridding our planet from the mountains and islands of synthetic waste.“
Für die Form ließ sich Meiri von den Pilzen selbst inspirieren. Wie ein „kleiner Lichtgarten“ sollen die Leuchten an wild wachsende Pilze erinnern. Sehr gelungen, finde ich.





