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Rispal: Insektoides Kultdesign aus Frankreich (1952)

Tiere als Designmotiv, das hatten wir doch schon? Stimmt, und das ist noch gar nicht lange her. Aber so ist das eben: Gerade der Bereich der Lampen und Leuchten hält immer wieder spannende Neuentdeckungen bereit, die ich gerne hier im Blog erwähnen möchte.

Dieses Mal handelt es sich um einen Fund aus Frankreich. Um genau zu sein: um einen französischen Designklassiker aus den 1950er Jahren. Googelt man ihn, stößt man schnell auf die Postings diverser Auktionshäuser, Trödler*innen und Antikhändler*innen, die ihn zu Geld machen wollen oder wollten.

Als Vorbild der Leuchte diente einst die Gottesanbeterin, jene anmutige Fangschrecke, die nach der erfolgreichen Paarung das Männchen verspeist. Ihr Name: „n°15.110 – Phasme M“. Das Knifflige: Niemand weiß, wer sie genau entworfen hat.

Erstmals 1952 vorgestellt

Bekannt ist, dass sie zu einer Leuchten-Kollektion namens „Formes Nouvelles“ gehört, die in den 1950er Jahren vom Pariser Möbelgeschäft Rispal auf den Markt gebracht wurde. Zwar wird als Designer gerne ein gewisser Jean Rispal genannt. Doch waren es offenbar angestellte Designer, die den Entwurf schufen. Erstmals wurde es 1952 auf der 36. Interior Designers Fair in Paris einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

Viel ist nicht bekannt über das Unternehmen. Zwar gibt es noch verschiedene Fotos, Prospekte und Daten, mit denen sich ungefähr einordnen lässt, wo, wie und wann es tätig war. Doch nich alles lässt sich heute noch nachvollziehen.

Insektoid und originalgetreu

Hier kommt Douglas Mont ins Spiel, dem es zu verdanken gibt, das es verschiedene Modelle aus der „Formes Nouvelle“ seit kurzer Zeit wieder zu kaufen gibt. Er ist selbst als Designer tätig – und Rispal-Sammler. Das Besondere: Da es keine Pläne mehr gab, baute er die Leuchten originalgetreu nach.

Mit persönlich hat es das Modell „n°14.950 – Mante religieuse“ angetan, das es in hellem und dunklen Holzfinish gibt. Das ans oben genannte Insekt angelehnte Design wirkt in der Tat sehr organisch. Ursprünglich war das Original mal mit verschiedenen Lampenschirmen zu haben. Mont beschränkt sich bei der 2018er Version auf einen runden, geschlossenen. Eine äußerst gute Wahl, oder?

(via)

© Foto: Rispal

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Auf kult-lampen.de schreibe ich regelmäßig über alte und neue (Designer-)Leuchten und Lampen. Wühlt euch durch! Wenn euch gefällt, was ihr lest, freue ich mich über Likes, Retweets und -pins!

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Benedikt
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