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"Tube Light" von Eileen Gray (Bild: Amazon Partnerprogramm)

Ikone der klassischen Moderne: Stehleuchte “Tube light” von Eileen Gray (1927)

Neben der Architektur widmete sich Eileen Gray auch dem Lampdendesign. Ihre reduzierte Stehleuchte “Tube light” aus dem Jahr 1927 gilt heute als Ikone der klassischen Moderne.

Völlig überraschend brachte ein Möbelstück 2009 bei einer Versteigerung des Auktionshauses Christie’s 21,9 Millionen Euro ein. Der “Drachensessel” in Tradition des Art déco mit seinen beiden Drachenköpfen war zuvor auf drei Millionen Euro geschätzt worden. Plötzlich war der Name von Eileen Gray, die den Sessel in den späten Zehnerjahren des 20. Jahrhunderts geschaffen hatte, in aller Munde.

In den 1920er Jahren wandte sich Gray dann De Stijl und dem Bauhaus zu. Ihrer Beziehung zum rumänischen Kulturkritiker Jean Badivici errichtete sie mit dem berühmten E-1027-Haus an der französischen Riviera ein Denkmal, das unter anderem den Beifall berühmter Zeitgenossen wie Le Corbusier oder JJP Oud erntete.

In dieser Schaffensphase entstanden auch Einrichtungsgegenstände, die ganz dem damals vorherrschenden Grundsatz “Form follows function” verhaftet waren. Darunter findet sich zum einen ein Beistelltisch, der zu den meistkopierten Entwürfen der klassischen Moderne gehört und ebenfalls den Namen “E 1027”* trägt. Er ist höhenverstellbar, weil man ihn auch zum Frühstücken im Bett nutzen können sollte.

Zum anderen entsteht die “Tube light”*, eine Stehleuchte, die lediglich aus einer verchromten Lampenhalterung und einer vertikalen Leuchtröhre besteht. Zum Ein- und Ausschalten wird ein Fußschalter genutzt. Obwohl Gray die Lampe bereits im Jahr 1927 entwarf, wirkt ihr reduziert-funktionales Design bis in die Gegenwart zeitlos. Produziert wird die “Tube light”-Stehleuchte heute von Hersteller Classicon getreu des Originals.

Unter den wichtigsten Designerinnen des frühen 20. Jahrhunderts gebührt Eileen Gray ein Ehrenplatz. Die Irin, 1876 geboren, war ein Freigeist. Ab 1900 studierte sie als eine der ersten Frauen an der Slade School of Art in London. 1902 zieht sie nach Paris, wo fortan, zunächst immer wieder unterbrochen von Aufenthalten in London, fortan ihr Lebensmittelpunkt lag. Ihr Tisch E 1027 wurde 1978 in die ständige Designsammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen. Gray selbst erlebt diesen Moment nicht mehr: Sie starb 1976 mit 98 Jahren in ihrer Wohnung in Paris.

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Benedikt
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