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Ein Bild von der "DMB 26"-Leuchte von Marianne Brandt (Bild: Tecnolumen).

Klassiker des Bauhaus: Deckenleuchte “DMB 26” von Marianne Brandt (1926)

Marianne Brandt gehört zu den prominentesten Vertreterinnen des Bauhaus. Ihre Leuchte “DMB 26” wird bis heute produziert.

Neben weltbekannten Vertretern wie Walter Gropius, Mart Stam oder Mies van der Rohe verblasst Marianne Brandts Name etwas. Zu Unrecht: Die Designerin, die zu den wenigen weiblichen Studierenden der Metallwerkstatt des Bauhaus gehört, prägte mit ihren Entwürfen den schlichten, funktionalen Bauhaus-Stil mit.

1893 in Chemnitz geboren, widmete sich Marianne Brandt zunächst der Maler- und Bildhauerei, bevor sie 1924 zum Weimarer Bauhaus stieß und sich dort als Produktdesignerin betätigte. Sie lernte bei László Moholy-Nagy, aber auch bei berühmten Zeitgenossen wie Josef Albers, Wassily Kandinsky und Paul Klee. 1926 wurde sie stellvertretende Leiterin, nach dem Ausscheiden Moholy Nagys und dem Bauhaus-Umzug nach Dessau von 1928 bis 1929 kommissarische Leiterin der Werkstatt.

Auf Marianne Brandt geht eine Kooperation der Metallwerkstatt mit dem Leipziger Hersteller Körting & Mathiesen zurück, der Lizenzen für verschiedene Leuchten erwarb und dafür neue Lampenentwürfe als erster zu sehen bekam. Das Unternehmen stellte auch die berühmte “Kandem”-Leuchte von Brandt und Hin Bredendieck her, eine kleine Leuchte für den Nachttisch, die bis Ende der 1930er Jahre produziert wurde und sich auch in der ständigen Sammlung des Museums of Modern Art in New York findet.

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Bei ihren Entwürfen griff Brandt gerne auf geometrische Grundformen wie Kreis, Kugel oder Quadrat, denen man auch bei ihrer Leuchte “DMB 26”* begegnet. Die 1926 entstandene Deckenleuchte, die heute von Tecnolumen gefertigt wird, setzt sich aus einer Kugel aus Opalglas, drei Stäben sowie einer runden Deckenplatte zusammen. Ursprünglich aus schnell oxidierendem Aluminium, setzt Tecnolumen heute auf Nickel und Messing für die Oberflächen.

Nach dem Krieg gehörte sie von 1949 bis 1951 zum Lehrstab an der Dresdner Hochschule für Werkkunst, wohin sie Mart Stam berufen hatte. Ab 1954 war Brandt als freischaffende Künstlerin tätig. Marianne Brandt starb 1983 in Kirchberg.

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