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"Kumiko": OLED-Leuchte von Michiru Tanaka (Foto: Kaneka)

„Kumiko“ von Michiru Tanaka ist OLED-Leuchte oder Spiegel

Aus der japanischen Tradition schöpfte Michiru Tanaka die Inspiration für ihre OLED-Leuchte „Kumiko“.

Weil sie nur wenige Millimeter dünn sind, bieten organische Licht emittierende Dioden (OLED) Gestaltern viel Potenzial. Bislang setzen Firmen wie Samsung und LG sie bei ihren Smartphones als Display ein. OLEDs benötigen zum Leuchten wenig zusätzliche Technik – bislang aber noch mehr Energie als herkömmliche LEDs.

Bei Leuchten finden OLEDs noch recht verhalten Anwendung. Einige Beispiele habe ich hier im Blog aber bereits vorgestellt. Zuletzt präsentierte Artemide auf der diesjährigen Euroluce mit „Harry H.“ seine erste eigene OLED-Leuchte. Mich erinnern die vier OLED-Panele, die in in der Leuchte verbaut sind, allerdings eine Spur zu sehr an Smartphones. Das ist nicht so recht mein Fall. Aber: Mit Artemide hat nun auch ein großer Player des Leuchtengeschäfts die Technik aufgegriffen.

Michiru Tanaka geht mit ihrer OLED-Leuchte „Kumiko“ in meinen Augen einen etwas feinfühligeren Weg: Inspiriert von den Mustern und den Shoji-Raumteilern ihrer japanischen Heimat kreierte sie eine Leuchte, die sich aus mehreren Panelen zusammensetzt. Per Magnetkraft werden die nur einen Millimeter dünnen Panele auf der Wandbefestigung fixiert. Da passt der Name: „Kumiko“ bedeutet im Japanischen soviel wie „kunstvoll verarbeitetes Holzstück“.

Eine Pressemitteilung zitiert Tanaka wie folgt: “I wanted to bring the spirit of this tradition into contemporary products and technology such as OLED light. I was able to use the thinness of Kaneka’s OLED magnetic module to achieve a product that can be hung like artwork on a wall. I also imagined my product as a solution for areas where there is limited access for natural light. I wanted to be able to add ‚Kumiko‘ like adding back-lit shoji screens into any space.“

Idealerweise macht sich „Kumiko“ in einem langen Flur, an einer Treppe oder über einem Sofa gut. Ein vollständiges Set auf 18 Panelen leuchtet mit 630 Lumen mit einer Lichttemperatur von 3000 K. Und wird die Leuchte ausgeschaltet, offenbart sie eine geheime zweite Persönlichkeit: als Spiegel.

Tanaka lebt und arbeitet in New York, stammt gebürtig aber aus Tokyo. Für „Kumiko“ tat sie sich mit dem japanischen Unternehmen Kaneka zusammen, aus deren Werkstätten die zugehörigen  OLEDs entwickelt wurden.

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