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Scherenlampe “Kaiser Idell 6718w”: Schlichte Schönheit im Bauhaus-Stil

In den 1930er Jahren schuf Christian Dell viele Leuchtenklassiker, darunter auch die Scherenleuchte “6718w”.

Ohnehin gefallen mir Christian Dells Leuchtenentwürfe, die er in den 1930er Jahren für die Leuchtenmanufaktur Gebr. Kaiser & Co. aus Nehheim anfertigte, im Grunde genommen alle. Doch die Scherenlampe, oder Scherenleuchte, wie es fachterminologisch ja richtig heißen muss, sticht hervor.

Warum Tischfläche mit einem Lampenfuß blockieren, wenn Scherenleuchten doch eine prima Möglichkeit bieten, am Arbeitsplatz gleichzeitig flexibel zu bleiben und Platz zu sparen? Eben, mit seinem Modell “6718w” schuf Dell einen stählernen, robusten Klassiker, der früher vor allem in Werkstätten zu finden war.

Obschon heute etwas in der Versenkung verschwunden, erfreuen sich die Kaiser Idell Scherenlampen bis heute großer Beliebtheit. Wer sich selbst davon überzeugen möchte, riskiert eine schnelle Suche bei Ebay. Aber nicht erschrecken: Die Preise, die dort verlangt werden, sind in der Regel noch ein bisschen niedriger als die, die ein neues Exemplar kostet.

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Inspiriert vom Bauhaus-Stil

Darüber, in welchem Jahr die Scherenlampe genau entstand, herrscht Uneinigkeit. Genannt wird bisweilen das Jahr 1931. Als gesichert darf das jedoch nicht gelten. Fest steht nur, dass Dell sie in der ersten Hälfte der 1930er Jahre kreierte – Seite an Seite mit berühmten Modellen wie der Arbeitsleuchte “6631” oder der Tischleuchte “6551”.

Mit ihrem schlichten, funktionalen Aufbau ohne viel Chichi und dem robusten, für Arbeitsumgebungen bestens geeigneten Material ließ Dell Einflüsse aus dem Bauhaus-Stil in das Design der Scherenleuchte einfließen. Die Inspiration kommt nicht von ungefähr: Dell arbeitete von 1922 bis 1925 in der Metallwerkstatt des Staatlichen Bauhaus zu Weimar.

Scherenlampe “6614” von Kaiser Idell

Neben dem kleinen Modell “6718w” gibt es außerdem eine größere Ausführung des Scherenleuchte. Modell “6614” zeichnet sich durch eine doppelt verstrebte Scherenmechanik mit höherer Reichweite aus. Bei ihr findet sich ebenfalls der charakteristische Fassungsdom mit dem eingelassenen “Kaiser Idell”-Logo. Bei der Größe des Lampenschirms wurde variiert. Es gibt ihn in verschiedenen Größen.

Ebenso wie das kleinere Schwestermodell weist die große Scherenleuchte einen am Fassungsdom einen Drehschalter aus Bakelit auf, mit dem sie ein- und ausgeschaltet werden kann. Das Modell “6614” ist heute nur noch gebraucht zu bekommen. Es wird nicht mehr hergestellt. Regelmäßige Angebote finden sich aber bei Ebay oder sonstigen Antik-Shops. Preise um 500 Euro für gut erhaltene oder restaurierte Exemplare sind keine Seltenheit.

Produziert wird die Scherenleuchte “6718w” heute vom dänischen Hersteller Fritz Hansen. Zu haben ist sie in den Farben schwarz, mattschwarz, elfenbein, weiß, rubinrot, mintgrün und dunkelblau.

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