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"Ashoka"-Leuchte von Ettore Sottsass (Foto: store.memphis-milano.com)

7 legendäre Lampen aus den 1980er Jahren

Was hat das Leuchtendesign der 1980er Jahre geprägt? Eine Spurensuche – und sieben legendäre Leuchtenklassiker des Jahrzehnts.

Breite Schulterpolster, Karottenhosen, wilde Frisuren, Synthie-Pop und schreiende Farben: Die 1980er Jahre gelten vielen als Kultjahrzehnt. Auch im Design hat es tiefe Spuren hinterlassen, die bis heute nachwirken.

Eine breite Strömung propagierte den Bruch mit dem ehernen Gesetz “Form follows function”. Funktionalistische Prinzipien gab sie auf und rückte stattdessen Innovation, Einzigartigkeit, Extrovertiertheit und von Comic und Pop beeinflusste Verspieltheit in den Fokus. Nicht die gute Form war mehr wichtig, sondern das Spektakel.

In der Postmoderne experimentierten Architekten und Designer nicht nur frei mit der Form, sondern auch mit bis dahin eher unüblichen Materialien wie Beton oder Stahl. Grenzen lösten sich auf, alles schien erlaubt. Gerne wurden einfache geometrische Formen als Basis verwendet, Möbel mit grellen Laminat-Oberflächen überzogen.

Möbel als ikonische Statussymbole

"Ashoka"-Leuchte von Ettore Sottsass (Foto: store.memphis-milano.com)

“Ashoka”-Leuchte von Ettore Sottsass (Foto: store.memphis-milano.com)

Möbel wandeln sich in dieser Zeit immer mehr vom funktionalen Gegenstand zum ikonischen Statussymbol, die als Ausdruck materiellen Wohlstands bewusst ausgewählt und inszeniert werden. Designwissen sieht hierin sehr treffend Anzeichen “einer durchschlagenden Kommerzialisierung der Sinnlichkeit”.

Wichtige Vorreiter waren die Gruppen Studio Alchimia und Memphis um die Designer Ettore Sottsass und Michele De Lucchi in Italien. Das Wirken des Studio Alchemia war vom Versuch geprägt, sich von den Beschränkungen der industriellen Massenproduktion zu lösen. Eine knallbunte stilistische Beliebigkeit, die sich bis in die totale Sinnfreiheit steigern konnte, schrieb sich die Memphis-Gruppe auf die Fahnen.

Funktion ade, willkommen Anti-Design!

"Ara" von Philippe Starck für Flos (Foto: Flos)

“Ara” von Philippe Starck für Flos (Foto: Flos)

Erinnert sei an dieser Stelle an das bunte Raumteiler-Regal “Carlton” oder die kleine “Ashoka”-Leuchte von Ettore Sottsass. Ein gutes Beispiel ist auch die Zitronenpresse “Juicy Salif” (1987) von Philippe Starck, die er während eines Italienurlaubs auf einer Serviette entwarf. Sie verfügt weder über ein Auffangbehältnis für den Saft noch ein Kernsieb. Dafür sieht sie super aus. Längst hat sie einen Platz in der ständigen Sammlung des MoMA in New York. Von Starck stammt auch die Leuchte “Ara” aus dem Jahr 1988.

Prominente Namen sind auch das Ehepaar Trix und Robert Haussmann, in Deutschland entstand eine provokative Kunst- und Designbewegung, die unter dem Label “Neues deutsches Design” subsummiert wird. Schrill, brachial, bizarr, kitschig und ironisch waren die Kreationen, die sie hervorbrachte. Die Stehleuchte “A 59” von Volker Albus etwa, deren Optik an Baustellenstelen erinnert.

Schwarz-weiß und Stahl waren en vogue

In den meisten deutschen Wohnzimmern schlug sich die neue Freiheit gleichwohl nur wenig wieder: Schwarz-weiß und Stahl waren en vogue. Zu einem der größten Leuchtenrenner der 1980er Jahre wurde das Niedervolt-Seilsystem “YaYaHo” von Ingo Maurer*, das sich ab 1984 zum vielfach kopierten Verkaufsschlager entwickelte. Durch zwei parallel gespannte Metallseile ließ Maurer einen für den Menschen ungefährlichen Strom fließen. Licht spenden kleine Strahler, die mit Draht an den Seilen befestigt werden.

"YaYaHo" von Ingo Maurer aus dem Jahr 1984 (Bild: Ingo Maurer GmbH, München)

“YaYaHo” von Ingo Maurer aus dem Jahr 1984 (Bild: Ingo Maurer GmbH, München)


"Tolomeo" von Michele de Lucchi und Giancarlo Fassina

“Tolomeo” von Michele de Lucchi und Giancarlo Fassina

Mit der Arbeitsleuchte “Tolomeo” stammt ein weiterer Klassiker aus den 1980er Jahren. Michele de Lucchi und Giancarlo Fassina schufen die Leuchte im Jahr 1987. Sie gilt heute als meistverkaufte Leuchte der Welt. Hersteller Artemide bietet mittlerweile eine ganze “Tolomeo”-Familie an, die verschiedene Mini-, Wand- und Stehleuchten umfasst.

Legendär ist auch die “Titania”-Leuchte* von Alberto Meda und Paolo Rizzatto, die die Leuchte 1989 vorstellten. Viele dürften sie noch aus den Postfilialen kennen. Ihr futuristisch, wie ein Zeppelin anmutendes Äußeres wird von einem Gerippe aus Aluminiumlamellen geprägt. In ihrer Mitte sitzt das Leuchtmittel, dessen seitliches Licht mittels verschiedener Filter in den buntesten Farben erstrahlen kann. Die Leuchte sahnt u.a. den begehrten Preis Compasso d’Oro ab. Hergestellt wird sie bis heute von Luceplan. Ebenfalls von Rizzatto und aus dem Hause Luceplan stammt die Leuchte “Costanza”* aus dem Jahr 1986. Ein konventioneller Entwurf, auch das gab es damals.

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Benedikt
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